Scalable Capital Zinsen aktivieren

Scalable Capital hat im März 2026 sein Zinsmodell grundlegend umgebaut. Bisher wurden Guthaben direkt auf dem zum Depot gehörenden Verrechnungskonto verzinst. Dieses soll künftig nicht mehr verzinst werden. Stattdessen können Kunden nun ein separates Tagesgeldkonto eröffnen, das höhere Zinsen (2,5 % statt 2,0 % p.a.) verspricht sowie eine monatliche Ausschüttung der Zinsen bietet.
Der entscheidende Punkt für alle Bestandskunden: Das neue Scalable Tagesgeld muss aktiv aktiviert werden. Ab dem 1. April 2026 wird das Broker-Guthaben auf dem Verrechnungskonto nicht mehr verzinst. Wer also nicht handelt, verliert schlicht seinen Zinsvorteil.

Der aktuelle Zinssatz und die wichtigsten Eckdaten

Ab sofort erhalten alle Bestands- und Neukunden des Münchener Neobrokers 2,5 Prozent Zinsen auf einem neu eingeführten Tagesgeldkonto, monatlich gutgeschrieben, auf unbegrenztes Guthaben. Kein Aktionszins, kein Ablaufdatum, kein Limit.

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Positiv hervorzuheben ist, dass es keine Unterschiede zwischen Neu- und Bestandskunden gibt. Andere Banken haben dagegen oft Aktionszinsen, die Neukunden deutlich attraktivere Konditionen für einen bestimmten Zeitraum versprechen.

Im Vergleich zum Wettbewerb: Trade Republic zahlt derzeit noch zwei Prozent – exakt auf Höhe des EZB-Einlagenzinses, an den sich die Berliner Neobank seit Jahren gebunden hat. Scalable übertrifft diesen Satz nun um einen halben Prozentpunkt. Zwar bieten einzelne Anbieter wie die Direktbank ING oder das Fintech Raisin Zinsen von drei Prozent und mehr – doch diese gelten ausnahmslos als Aktionskonditionen für begrenzte Zeiträume.

Schritt für Schritt: Das Tagesgeldkonto aktivieren

Die Aktivierung ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten. Laut der offiziellen Scalable Capital FAQ geht man so vor:

Die Eröffnung des Tagesgeldkontos erfolgt in wenigen Schritten direkt über den bestehenden Scalable-Zugang. Für das Tagesgeldkonto ist die neueste App-Version (26.3) erforderlich. Man loggt sich in die Scalable App oder den Web-Kundenbereich ein, navigiert zu „Home“, wählt den Punkt „Neues Produkt hinzufügen“, klickt auf „Tagesgeld“ und folgt den kurzen Bestätigungsschritten.

Das neue Tagesgeldkonto lässt sich direkt in der App oder über den Browser aktivieren. Eine erneute Identifizierung – also kein neues Video-Ident-Verfahren – ist nicht nötig.

Wichtig nach der Aktivierung: Nach der Eröffnung erhält das Tagesgeldkonto eine eigene IBAN. Um von den 2,50 % Zinsen p.a. zu profitieren, muss Guthaben aktiv auf dieses Konto eingezahlt werden – entweder per Überweisung vom Girokonto oder per interner Umbuchung vom Broker-Verrechnungskonto.

Transfers zwischen Tagesgeld- und Verrechnungskonto sind laut Unternehmen jederzeit in Echtzeit möglich. Wer also morgens Zinsen auf dem Tagesgeldkonto kassiert und nachmittags eine Aktie kaufen möchte, kann das Geld ohne Wartezeit umschichten.

FREE vs. PRIME+: Welches Modell lohnt sich?

Beide Depot-Modelle erhalten den gleichen Zinssatz von 2,50 % p.a., unterscheiden sich aber in der Art der Guthabenverwahrung und der Einlagensicherung.

FREE-Modell (kostenlos): Bei Nutzern des kostenlosen Free-Depots ist nicht gesichert, dass die gesamte angelegte Summe bis 100.000 Euro bei Banken mit gesetzlicher Einlagensicherung geparkt wird. Scalable schreibt, dass die Guthaben bei der Scalable Capital Bank und Partnerbanken mit gesetzlicher Einlagensicherung jeweils bis 100.000 Euro pro Kunde sowie bei qualifizierten Geldmarktfonds verwahrt würden.

PRIME+-Modell (4,99 € / Monat): Kundinnen und Kunden mit PRIME+-Depot erhalten bis zu fünf mal 100.000 Euro gesetzliche Einlagensicherung durch entsprechende Verteilung auf die Scalable Capital Bank und aktuell vier Partnerbanken. Das ergibt eine maximale Absicherung von 500.000 Euro.

Wann lohnt sich PRIME+? Bei einem angenommenen Zinssatz von 2,50 % p.a. und Kosten von 59,88 Euro pro Jahr für PRIME+ muss der Kunde idealerweise mehr als 2.500 Euro anlegen, damit die Zinserträge die Kosten übersteigen. Wer also primär die höhere Einlagensicherung und die Trading-Flatrate (ab 250 Euro Ordervolumen) nutzen möchte, sollte diese Schwelle im Blick behalten.

Wie werden die Zinsen technisch verwahrt?

Guthaben werden bei Treuhandbanken und Geldmarktfonds ohne feste Laufzeit und mit variabler Verzinsung verwahrt. Die jeweilige Verzinsung orientiert sich an den Verhältnissen am Geld- und Kapitalmarkt und dem Zinssatz der EZB für Einlagen. Die Treuhandbanken dürfen ihre Zinssätze jederzeit erhöhen oder senken.

Konkret zur Verteilung: PRIME+-Kunden haben ihr Geld auf bis zu fünf Partnerbanken verteilt, wodurch eine gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 500.000 Euro erreicht werden kann. FREE-Kunden haben ihr Guthaben teilweise in qualifizierte Geldmarktfonds (OGAW-Standard) investiert. Dies ähnelt dem Modell von Trade Republic und gilt als Sondervermögen, ist also auch im Falle einer Insolvenz geschützt.

Steuerliche Behandlung der Zinserträge

Die Zinserträge sind in Deutschland steuerpflichtig. Auf Zinserträge wird in Deutschland die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % erhoben, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das ergibt eine Gesamtbelastung von rund 26,375 % ohne Kirchensteuer.

Zur Nutzung des Sparerpauschbetrags (1.000 € für Einzelpersonen, 2.000 € für Ehepaare) sollte ein Freistellungsauftrag bei Scalable Capital hinterlegt sein. Der Freistellungsauftrag des bestehenden Brokers gilt auch für das neue Tagesgeldkonto – ein separater Auftrag ist nicht nötig.

Wann und wie werden die Zinsen ausgezahlt?

Die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben, sofern das Geld auf dem Tagesgeldkonto liegt. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem alten Modell, bei dem die Auszahlung nur quartalsweise erfolgte. Monatliche Gutschriften ermöglichen einen schnelleren Zinseszinseffekt und geben mehr Flexibilität.

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Sicherheit und mögliche Kritikpunkte

Stiftung Warentest hat das Angebot unter die Lupe genommen: Geld in Sondervermögen wie Geldmarktfonds unterliegt nicht der gesetzlichen Einlagensicherung. Sollte Scalable Capital insolvent werden, gehört den Kunden zwar das Sondervermögen in den Geldmarktfonds, aber eine Garantie, dass die Anteile nach einer Insolvenz dem Gegenwert der Einzahlungen entsprechen, gibt es nicht.

Finanztip ergänzt außerdem, dass auch die Partnerbanken nicht alle strengen Kriterien erfüllen – so zählt darunter auch die HSBC Continental Europe mit französischer Einlagensicherung. Frankreich hat aber keine so gute Bonität wie Deutschland oder andere Länder.

Wer maximale Sicherheit wünscht, sollte daher abwägen, ob das PRIME+-Modell oder ergänzend ein klassisches Tagesgeldkonto bei einer deutschen Direktbank sinnvoll ist.

Für wen lohnt sich das Angebot besonders?

Das Angebot ist attraktiv vor allem für drei Gruppen: Für bestehende Depotkunden, die ihr ruhendes Guthaben nicht mehr unverzinst auf dem Verrechnungskonto liegen lassen möchten. Für Anleger, die ihren Notgroschen und ihr Investitionskapital zwar trennen, aber trotzdem schnell zwischen beiden Töpfen wechseln wollen. Für Eltern, die für ihre Kinder sparen und den Neobroker bereits nutzen – denn das kombinierte Angebot aus Kinder-Tagesgeld und Kinderdepot spart ein zusätzliches Konto bei einer anderen Bank.

Fazit: Jetzt handeln, bevor der Zins entfällt

Das neue Scalable Capital Tagesgeldkonto bietet 2,50 % Zinsen p.a. auf unbegrenzte Guthaben, monatliche Auszahlung und eine einfache Aktivierung per App oder Browser ohne erneute Identifizierung. Die entscheidende Botschaft: Wer Bestandskunde ist und nicht bis zum 31. März 2026 das neue Tagesgeldkonto aktiviert und Guthaben dorthin umschichtet, erhält ab April 2026 gar keine Zinsen mehr auf dem Verrechnungskonto.

Die Aktivierung dauert weniger als fünf Minuten – sie lohnt sich in jedem Fall.